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GEZ

Ich denke, die meisten in Deutschland lebenden Menschen haben bereits in ihrem Leben mit der GEZ zu tun gehabt. Ich auch. Die GEZ hat mir unberechtigterweise Gebühren von meinem Konto abgebucht. Nachdem mir das aufgefallen war und ich die letzte von drei Umbuchungen rückgängig gemacht habe, bekam ich prompt ein Schreiben von der GEZ, dass ich bitte angeben solle, ob ich Radio oder Fernseher besitze. Ignoriert habe ich dieses Schreiben! So wie die GEZ-Mitarbeiter meine E-Mails ignoriert haben. Und totgestellt habe ich mich! So wie die GEZ, als ich versucht habe, mich bei ihr telefonisch zu melden.

Und nun das: Die GEZ-Gebühr für Internetfähige PCs! Wer kommt eigentlich auf solche Ideen? Mich würde es mal interessieren, ob die GEZ Einsicht in die Telefonrechnung fordern darf. Denn dann wäre schummeln ziehmlich aussichtslos.

Aber wozu rege ich mich überhaupt auf? Ich bekomme doch Bafög und lebe nicht bei meinen Eltern! Damit kann ich mich doch von der GEZ-Gebühr  befreien lassen!

Gibt es eigentlich etwas schöneres, als die Deutsche Bürokratie? Das letztemal, als ich in den Stadtbus einstieg und den Busfahrer vorsorglich darauf aufmerksam machte, dass ich zwar einen gültigen Monatsfahrschein und eine Kundenkarte habe, auf letzterer aber leider der neue Stempel fehle, ich ihm aber gerne meinen Studentenausweis zeige, den man für den Stempel vorweisen muss, sagte er nur: "Sie müssen sich mal mehr Mühe geben. Geben Sie sich mal mehr Mühe." Und ließ mich in den Bus. In solchen Situationen, nein: nach solchen Situationen möchte ich dem Verfechter der sakrosankten deutschen Bürokratie gerne höhnisch, sarkastisch und das "r" rollend "Ordnung muss sein!" entgegenrufen.

3.1.07 11:27


Mitten im Studium

Eigentlich könnte man mich für beschränkt halten, wenn ich hier nur dauernd über mein Studium schreiben. Aber das Risiko gehe ich gerne ein, da es mich in zweifacher Hinsicht berührt: Einmal als System und einmal als Aufgabe. Heute ein bisschen etwas zur Aufgabe:

Ich bin gerade mit "Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler" beschäftigt. Und es geht natürlich, wie sollte es auch anders sein, nur schleppend voran.  Da soll ich zum Beispiel die Lösung der p-q-Formel für quadratische Gleichungen herleiten, was irgendwann in der achten oder neunten Klasse im Mathematikunterricht behandelt wurde... und siehe da: Es gelingt mir tatsächlich nicht, die Herleitung zu schreiben. Habe ich am Anfang etwas von Beschränktheit geschrieben und durchscheinen lassen, dass ich mich nicht für eben dies halte? Nun, nach diesen wenigen Zeilen kommt die Erkenntnis, oder darf ich es doch bereits Erleuchtung nennen, dass ich vielleicht die nur subtil angedeutete Nichtbeschränktheit zurücknehmen muss...

Aber was soll es auch? Jeder hat seine Grenzen, oder? Und wozu gibt es Wikipedia? 

13.12.06 11:26


Der Obdachlose

Vor wenigen Tagen, ich rauchte auf dem kleinen Balkon unserer Wohnung eine Zigarette, sah ich aus dem Waldstück, das gleich an unseren Block anschließt, einen Obdachlosen kommen. Er hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck. Er war hochgewachsen, hatte lange, verfilzte Haare und einen Bart. Gekleidet war er in eine Overall-Hose und eine Decke über den Oberkörper geworfen. Es regnete, was seiner Erscheinung, seiner Verwahrlosung noch mehr Elend verlieh, als sie ohnehin schon hatte. Er ging leicht gebückt, warf die Decke einmal von seinem Kopf und seinem Körperm, so dass eine dünner Rollkragenpullover zum Vorschein kam. Dann hüllte er sich wieder in die Decke ein. Jeder seiner Bewegungen wirkte planlos, zwecklos und viele Bewegungen erweckten den Eindruck, nicht wirklich von ihm gesteuert zu sein, nicht bewusst kontrolliert. Er ging an parkenden Autos vorbei, blieb abrupt stehen, nur um gleich wieder weiterzugehen. Plötzlich lief er zwischen zwei Autos, blieb genauso plötzlich wieder stehen, wandte sich um und kehrte auf seinen anfänglichen Kurs zurück. Einen Moment bevor er hinter der Hauswand verschwand, konnte ich erkennen, dass seine Füße in großen blauen Hausschuhen steckten.

Ich weiß nicht warum, aber es war ein anderes Gefühl als Mitleid, das ich beim Anblick dieses Mannes empfand. Ich war erstaunt. Irgendwie hat es mich beunruhigt, dass es eine Gedankenwelt gibt, die so andersartige Resultate des sichtbaren Verhaltens hervorruft. Ich glaube, ich gehe viel zu häufig davon aus, dass die Art und Weise, wie ich selbst empfinde, denke und dann handle, die einzige oder die normale ist, oder einfach mit der Empfindungs-, Denk- und Handlungsweise aller anderen Menschen übereinstimmt. Vielleicht war es dies alles, was so beunruhigende Wirkung auf mich hatte. Ich konnte mich nicht in diesen Mann hineinversetzen.

27.11.06 23:45


Mathematik und Gespräche

Ich lerne gerade Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler. Summen zum Beispiel. Spannend. Aber irgendwie wirklichkeitsfremd. Die Summe der ersten fünf Summen aller natürlichen Zahlen.

Gestern wurde mir wieder bewusst, wie wichtig es ist, mit seinen Mitmenschen zu sprechen und dabei nicht sparsam zu sein, in der Anwendung erklärender Worte. Es kommt sonst schnell zu Missverständnissen und unangenehmen Situationen. Dann regt sich jemand schnell über mich auf, weil er glaubt das Recht zu haben, beleidigt zu sein auf mich, obwohl er doch nach wenigen erklärenden Sätzen einsehen würde, dass er zu unrecht beleidigt ist.

Ob man solche unangenehmen Situationen im Nachhinein noch lösen kann? Ich weiß es nicht. Im Allgemeinen werde ich diese Frage auch wohl nie beantworten können. Aber in dem gestrigen Fall werde ich heute dieses Auflösen von Missverständnissen im Nachhinein ausprobieren. Obwohl ich das gar nicht mag. Es scheint mir generell einfacher, Problemen mit meinen Mitmenschen aus dem Weg zu gehen, statt es auf eine Konfrontation ankommen zu lassen. Ich mag die angespannte Atmosphäre vor und während solcher Gespräche nicht, ich mag meine Nervosität nicht, die mich in meinem ruhigen Nachdenken stört und ich mag das Risiko unbeabsichtigter Änderungen nicht. Viel leichter fällt es, sich mit einer unangenehmen Situation zu arrangieren, als Anstrengungen zur Lösung zu unternehmen.

22.11.06 15:04


Hochschulreform

Ich habe einen Vorschlag für eine Reform der Hochschulen. Ein Freund sagte einmal bei einem Kaffeetreffen, dass die meisten Hochschulabsolventen genau genommen Abfallprodukte seien. Das mag zunächst radikal klingen und ich muss gestehen, dass mir auch unwohl zumute war. Doch der besagte Freund führte seine Behauptung aus: Die Hochschulen seien dafür geschaffen und in ihrem System so ausgelegt, Akademiker auszubilden. Alle diejenigen, die nach dem Studium nicht diesen Weg wählten, seien in diesem Sinne Abfallprodukte. Und tatsächlich vermittelt die Universität, zumindest die, an der ich studiere, keinerlei praktisches Wissen. Ich habe eine Vorlesung zu "Buchführung und Jahresabschluss" besucht, wäre aber nicht in der Lage, in einem Betrieb wirklich Bücher zu führen. Berufsqualifizierung findet faktisch nebenbei in Praktika statt. Deswegen mein Vorschlag: Jeder Studiengang sollte, so es denn von dessen Anlage und Thematik möglich ist, zweigleisig angeboten werden: Einmal als akademische Version, und einmal als berufsorientierte Version. Damit wäre es auch für Drittinvestoren aus der Wirtschaft, die ja immer mehr an Bedeutung gewinnen, für die Finanzierung der Universitäten, leichter möglich, für sie lukrative Projekte zu unterstützen und Einfluss auf die Ausbildung ihrer zukünftigen Arbeitskräfte auszuüben.

Andererseits sollte man sich heute, in der Zeit von Bachlor-/Master-Reformen davor hüten, neue Ideen laut zu äußern. Es könnte sie ja jemand hören und in die Tat umsetzen wollen. Die Verwirrung ist ja schon jetzt groß genug.

15.11.06 17:39


Nach einer Empirie-Vorlesung...

...weiß ich nicht viel mehr über Empirie, als ich nicht vorher schon wußte, was keine Kritik am Professor sein soll, der mir, auch vom Vortragsstil, sympathisch ist, sondern eher daran liegt, dass Vorlesungen eigentlich nur für diejenigen Interessant sind, die durch Zuhören schnell lernen. Die Frage, die sich mir aber stellt, ist, ob man ohne den Zwang, sich Notizen machen zu müssen, überhaupt noch Vorlesungen braucht. Denn es ist doch wohl davon auuszugehen, dass die große Mehrheit nicht über eine nahezu perfekte Aufassungsgabe verfügt. Da aber die Folien der Vorlesung im Internet zum Herunterladen bereit stehen, bedarf es keiner eigenen Notizen mehr. Steht doch alles im Netz.

Das ganze Spektrum des Problems erkennt man erst, wenn man bedenkt, dass die Seminare, die eigentlich über Diskussionen zu Lernerfolgen führen sollen, zumeist überfüllt sind und das Angebot an unterschiedlichen Seminaren mangelhaft ist, was dazu führt, dass wenig diskutiert wird, wenig gelernt wird und die Universität sich als Lehrinstitution praktisch selbst abgeschafft hat. Sie verkommt zu einer Evalutionsstelle für Bücherwissen und zum Sprungbrett in die Forschung. Die Universität auf die ich mich übrigens beziehe, ist die Georg-August-Universität in Göttingen. Ich möchte nicht voreilig generalisieren, aber dennoch sagt mir eine innere Stimme, deren Wissenschaftlichkeit nicht zur Debatte gestellt ist, dass das Bild dieser mit vielen anderen Universitäten vergleichbar ist.

Nimmt man nun schlussendlich das organisatorische Chaos hinzu, das an der Georgia-Augusta herrscht, dann ist die Frage, was eine Universität heute leistet und was für Anforderungen man an sie stellen darf, drängend!

14.11.06 20:32


Dienstag, früher Morgen

Wer hat eigentlich die Tage zwischen Sonnatg und Samstag erfunden? Gibt es einen größeren Konstruktionsfehler im System Erde, als den Werktag? Schauen Sie mal: Wenn heute nicht Dienstag wäre, läge ich vermutlich noch im Bett, anstatt vor dem Bildschrim Nachrichten zu lesen. Sonntags passiert nichts. Höchstens die Hälfte von dem, was an einem Werktag passiert. Sonntags schlafen sogar die omnipräsenten Politiker länger.

Da fällt mir die Todesstrafe ein, zu der Saddam Hussein verurteilt wurde. Dieser Mann hat, so hat es das Gericht wohl gesehen, unzählige Menschenleben auf dem Gewissen. Und nun wird er getötet, er wird erhängt. Ein sehr schneller Tod, oder? Die Problematik der Todesstrafe ist zum einen das Überschreiten der Grenze. Damit meine ich nicht ein Tabu sondern eine Grenze der Unumkehrbarkeit. Bis zu dieser Grenze lässt sich noch vieles erneuern, wiederherstellen. Dahinter nicht mehr.

Und der andere Aspekt, der gegen die Todesstrafe spricht, ist das Fehlen der pädagogischen Dimension, wie es sie bei jeder anderen Strafe gibt. Mit der Todesstrafe wird der Straftäter unwiederbringlich aus der Gesellschaft ausgeschlossen und die Todesstrafe schreckt andere potenzielle Staftäter von ähnlichen Straftaten ab. Aber wenn man bedenkt, dass doch eigentlich der Effekt einer Strafe, schon einer durch die Eltern in der Erziehung eines Kindes verhängten Strafe, das Belehren und eben ein gesellschaftliches Erziehen ist, dann erscheint es mir sehr zweifelhaft, ob man wirklich von der Todes-Strafe sprechen kann, oder ob es ein bloß ein Todes-Urteil ist und als solches ein Eingeständnis, dass man es nicht für Möglich hält, wirklich jeden Menschen als solchen anzusehen: Mit dem Potenzial der Veränderung.

14.11.06 08:19


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