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Erster Eintrag

So, da bin ich also in der Welt der Blogger. Das erste Mal. Und voller Hoffnung, dass ich diesen Blog auch über mehr als eine Woche führen werde; und häufiger als einmal im Monat.
9.11.06 10:48


Das Leben als Ehemann

Was kann ich nach fast 2 Monaten glücklicher Ehe über das Leben als Ehemann sagen? Nun...

Erstens ist nichts, wie es vorher war, bevor man das Ehegelübde gesprochen hat.

Zweitens ist alles doch ganz anders. Man hat anderes vor Augen. Und es ist ein sehr schönes Gefühl, Ania vorzustellen und dabei zu sagen: "Meine Ehefrau".

Es ist auch dann noch schön, verheiratet zu sein, wenn man am Abend vor dem Computer sitzt und die Ehefrau ruft: Wann kommst Du zu mir? Oder wenn Sie beleidigt tut, wenn das Schreiben des Blogs doch ein paar Minuten länger dauert.

11.11.06 21:11


Nachtrag

Vielleicht schreibe ich nächstes Mal etwas gescheiteres. Sonst erfährt meine Frau beim Lesen meines Blogs noch, dass ich in sie verliebt bin.
11.11.06 21:15


Dienstag, früher Morgen

Wer hat eigentlich die Tage zwischen Sonnatg und Samstag erfunden? Gibt es einen größeren Konstruktionsfehler im System Erde, als den Werktag? Schauen Sie mal: Wenn heute nicht Dienstag wäre, läge ich vermutlich noch im Bett, anstatt vor dem Bildschrim Nachrichten zu lesen. Sonntags passiert nichts. Höchstens die Hälfte von dem, was an einem Werktag passiert. Sonntags schlafen sogar die omnipräsenten Politiker länger.

Da fällt mir die Todesstrafe ein, zu der Saddam Hussein verurteilt wurde. Dieser Mann hat, so hat es das Gericht wohl gesehen, unzählige Menschenleben auf dem Gewissen. Und nun wird er getötet, er wird erhängt. Ein sehr schneller Tod, oder? Die Problematik der Todesstrafe ist zum einen das Überschreiten der Grenze. Damit meine ich nicht ein Tabu sondern eine Grenze der Unumkehrbarkeit. Bis zu dieser Grenze lässt sich noch vieles erneuern, wiederherstellen. Dahinter nicht mehr.

Und der andere Aspekt, der gegen die Todesstrafe spricht, ist das Fehlen der pädagogischen Dimension, wie es sie bei jeder anderen Strafe gibt. Mit der Todesstrafe wird der Straftäter unwiederbringlich aus der Gesellschaft ausgeschlossen und die Todesstrafe schreckt andere potenzielle Staftäter von ähnlichen Straftaten ab. Aber wenn man bedenkt, dass doch eigentlich der Effekt einer Strafe, schon einer durch die Eltern in der Erziehung eines Kindes verhängten Strafe, das Belehren und eben ein gesellschaftliches Erziehen ist, dann erscheint es mir sehr zweifelhaft, ob man wirklich von der Todes-Strafe sprechen kann, oder ob es ein bloß ein Todes-Urteil ist und als solches ein Eingeständnis, dass man es nicht für Möglich hält, wirklich jeden Menschen als solchen anzusehen: Mit dem Potenzial der Veränderung.

14.11.06 08:19


Nach einer Empirie-Vorlesung...

...weiß ich nicht viel mehr über Empirie, als ich nicht vorher schon wußte, was keine Kritik am Professor sein soll, der mir, auch vom Vortragsstil, sympathisch ist, sondern eher daran liegt, dass Vorlesungen eigentlich nur für diejenigen Interessant sind, die durch Zuhören schnell lernen. Die Frage, die sich mir aber stellt, ist, ob man ohne den Zwang, sich Notizen machen zu müssen, überhaupt noch Vorlesungen braucht. Denn es ist doch wohl davon auuszugehen, dass die große Mehrheit nicht über eine nahezu perfekte Aufassungsgabe verfügt. Da aber die Folien der Vorlesung im Internet zum Herunterladen bereit stehen, bedarf es keiner eigenen Notizen mehr. Steht doch alles im Netz.

Das ganze Spektrum des Problems erkennt man erst, wenn man bedenkt, dass die Seminare, die eigentlich über Diskussionen zu Lernerfolgen führen sollen, zumeist überfüllt sind und das Angebot an unterschiedlichen Seminaren mangelhaft ist, was dazu führt, dass wenig diskutiert wird, wenig gelernt wird und die Universität sich als Lehrinstitution praktisch selbst abgeschafft hat. Sie verkommt zu einer Evalutionsstelle für Bücherwissen und zum Sprungbrett in die Forschung. Die Universität auf die ich mich übrigens beziehe, ist die Georg-August-Universität in Göttingen. Ich möchte nicht voreilig generalisieren, aber dennoch sagt mir eine innere Stimme, deren Wissenschaftlichkeit nicht zur Debatte gestellt ist, dass das Bild dieser mit vielen anderen Universitäten vergleichbar ist.

Nimmt man nun schlussendlich das organisatorische Chaos hinzu, das an der Georgia-Augusta herrscht, dann ist die Frage, was eine Universität heute leistet und was für Anforderungen man an sie stellen darf, drängend!

14.11.06 20:32


Hochschulreform

Ich habe einen Vorschlag für eine Reform der Hochschulen. Ein Freund sagte einmal bei einem Kaffeetreffen, dass die meisten Hochschulabsolventen genau genommen Abfallprodukte seien. Das mag zunächst radikal klingen und ich muss gestehen, dass mir auch unwohl zumute war. Doch der besagte Freund führte seine Behauptung aus: Die Hochschulen seien dafür geschaffen und in ihrem System so ausgelegt, Akademiker auszubilden. Alle diejenigen, die nach dem Studium nicht diesen Weg wählten, seien in diesem Sinne Abfallprodukte. Und tatsächlich vermittelt die Universität, zumindest die, an der ich studiere, keinerlei praktisches Wissen. Ich habe eine Vorlesung zu "Buchführung und Jahresabschluss" besucht, wäre aber nicht in der Lage, in einem Betrieb wirklich Bücher zu führen. Berufsqualifizierung findet faktisch nebenbei in Praktika statt. Deswegen mein Vorschlag: Jeder Studiengang sollte, so es denn von dessen Anlage und Thematik möglich ist, zweigleisig angeboten werden: Einmal als akademische Version, und einmal als berufsorientierte Version. Damit wäre es auch für Drittinvestoren aus der Wirtschaft, die ja immer mehr an Bedeutung gewinnen, für die Finanzierung der Universitäten, leichter möglich, für sie lukrative Projekte zu unterstützen und Einfluss auf die Ausbildung ihrer zukünftigen Arbeitskräfte auszuüben.

Andererseits sollte man sich heute, in der Zeit von Bachlor-/Master-Reformen davor hüten, neue Ideen laut zu äußern. Es könnte sie ja jemand hören und in die Tat umsetzen wollen. Die Verwirrung ist ja schon jetzt groß genug.

15.11.06 17:39


Mathematik und Gespräche

Ich lerne gerade Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler. Summen zum Beispiel. Spannend. Aber irgendwie wirklichkeitsfremd. Die Summe der ersten fünf Summen aller natürlichen Zahlen.

Gestern wurde mir wieder bewusst, wie wichtig es ist, mit seinen Mitmenschen zu sprechen und dabei nicht sparsam zu sein, in der Anwendung erklärender Worte. Es kommt sonst schnell zu Missverständnissen und unangenehmen Situationen. Dann regt sich jemand schnell über mich auf, weil er glaubt das Recht zu haben, beleidigt zu sein auf mich, obwohl er doch nach wenigen erklärenden Sätzen einsehen würde, dass er zu unrecht beleidigt ist.

Ob man solche unangenehmen Situationen im Nachhinein noch lösen kann? Ich weiß es nicht. Im Allgemeinen werde ich diese Frage auch wohl nie beantworten können. Aber in dem gestrigen Fall werde ich heute dieses Auflösen von Missverständnissen im Nachhinein ausprobieren. Obwohl ich das gar nicht mag. Es scheint mir generell einfacher, Problemen mit meinen Mitmenschen aus dem Weg zu gehen, statt es auf eine Konfrontation ankommen zu lassen. Ich mag die angespannte Atmosphäre vor und während solcher Gespräche nicht, ich mag meine Nervosität nicht, die mich in meinem ruhigen Nachdenken stört und ich mag das Risiko unbeabsichtigter Änderungen nicht. Viel leichter fällt es, sich mit einer unangenehmen Situation zu arrangieren, als Anstrengungen zur Lösung zu unternehmen.

22.11.06 15:04


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